Slider & Co.

Wenn’s so richtig cool werden soll, ist bei vielen Szenen neben der beschleunigten Objektbewegung noch eine weitere angesagt – die der Kamera. Durch die hohe Auflösung im Vergleich zu normalem HD-Video lassen sich „Kamerafahrten“ zwar auch in der Schnittsoftware simulieren, die perspektivische Wahrnehmung durch die tatsächliche Veränderung des Kamerastandpunkts gelingt damit aber nicht. Neben der Kamerabewegung (z.B. linear über Slider oder Dolly) können auch Rotationen (Pan & Tilt – Schwenken & Kippen) und/oder Zooms (die idR. aber im Postprocessing) eingesetzt werden. Die müssen in der Aufnahmesituation sehr langsam erfolgen um im späteren Video gut zu wirken. Durch die langsame Kamerafahrt, die ähnlich wirkt wie wenn wir als Beobachter an dem Motiv vorbeigehen, wird die Zeitrafferwirkung des Motivs noch besser hervorgehoben. Funktioniert das mit der Videokamera noch halbwegs gut manuell, ist man bei Timelapse-Aufnahmen auf technische Hilfe angewiesen. Bei einem 90°-Schwenk für ein fertiges 10s-Video gilt es schließlich die Kamera von Bild zu Bild um nur mickrige 0,3° zu drehen – manuell gleichmäßig nicht machbar und zudem wäre man in dem Bsp. bei 10s-Intervallen knapp eine Stunde komplett an die Kamera gefesselt. Grundsätzlich kann man zwei Betriebsarten unterscheiden: Eine kontinuierliche, eventuell sogar unabhängig von der Kamera gesteuerte Bewegung, d.h. auch während der Aufnahme bewegt sich die Kamera. Das ist relativ einfach zu realisieren, birgt jedoch die Gefahr von Verwacklungsunschärfen durch Vibrationen, wohingegen die Bewegungsunschärfe nicht von Nachteil sein muss. Die andere Variante bedarf der Koordination mit der Kameraauslösung und wird im englischen mit „shoot-move-shoot“ bezeichnet, also Bild aufnehmen, Kamera bewegen und erst nach Abschluss der Bewegung wird das nächste Bild aufgenommen. Ganz abgefahren wird es nun natürlich, wenn die Kamera über einen Kran und Motorkopf quasi frei im Raum bewegt werden kann oder auf einem Slider die Linearbewegung mit pan & tilt kombiniert wird. Einen Einblick in die Welt der Profis gibt Tom Guilmette in seinem Video vom Kessler Timefest 2011: Kessler Timefest 2011 – BTS from Tom Guilmette on Vimeo. Mit dabei auch Tom Lowe, der mit einem Frame seines Films TimeScapes nebenbei  „Astronomy Photographer of the Year“ wurde: O.K. – es geht auch bezahlbar und das soll Thema der folgenden Seiten sein:

  1. Linearbewegung mit Slider, Dolly und Seilkamera
  2. Einfache Rotationsbewegungen
  3. Pan & Tilt und Kombination mit Slider/Dolly

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