Mal wieder Kanaren, erster Einsatz der Sony A7sa und ein großer Wurf steht an – der LRT pro Timer 2.5

Fast unverschämt lange konnte ich mich auf den Kanaren rumtreiben und natürlich – kein Blogeintrag. Naja – doch, den hier. Alibihalber am Abreisetag und fast den Flieger verpasst 😉

Fanszinierende Lichtstimmungen, grandiose Sonnenauf- und -untergänge, eine fast surreale Landschaft, unheimliche Stille in den kristallklaren Nächten – der Teide Nationalpark auf Teneriffa 🙂

Licht und Schatten gab’s – noch nie so viel Mist produziert wie diesesmal ist der aktuelle Eindruck trotz einiger toller Zeitraffersequenzen, bis die 3 TB an Zeitraffern bearbeitet sind, brauche ich wohl noch ein wenig 😉 Jedenfalls falsche Handsteuerung der Montierung eingepackt, Akkus leer, Speicherkarte voll, Linsen beschlagen (wo’s sonst knapp über 0% Luftfeuchtigkeit hat!), Wolken wo keine sein sollten (vorm Mond), keine Wolken wo welche sein sollten, ein Adapter für die Sony der mit gewaltigen Unschärfen am Rand Sequenzen unbrauchbar gemacht hat bis ich es bemerkt hatte und bei der einzigen Chance auf eine geplante Sequenz auf die Planung der Nacht davor vertraut – hundsmüde beim warten auf das Ende einer Zeitraffer. Arghhh:

Mit knapp 4m Brennweite sollte der “riesige” Mond direkt hinter der Teidespitze und den Gipfelstürmern untergehen – 4k-Video hier mit 10-facher Geschwindigkeit.

Doch dazu in den nächsten Tagen mehr – ebenso zu ein paar Sequenzen, die ich “Astrolapse” nenne …

Das Zentrum unsreer Galaxie gehr über den Observatorien auf dem Roque de los Muchachos (La Palma) auf.

Noch kurz zur Astromodifikation der Sony A7s:

Funktioniert. Einigermaßen. Der Weißabgleich ist schon schwierig, gerade wenn man für Zeitraffer was terrestrisches mit drauf nimmt. Nicht selten war in Lightromm der Regler der Farbtemperatur mit 2000 Kelvin am Anschlag und es hat immer noch nicht so ganz gepasst. Ohne Filter 2/3 Blendenstufen empfindlicher als die A7rIII aber so richtig toll kommen die H-alpha Gebiete doch erst mit Filter raus und da ist die erhöhte Empfindlichkeit natürlich wieder (mehr als) weg.
Ich komme trotz Komplettumbau ohne Klarglasersatz mit allen Objektiven bei unendlich in den Fokus – ausgerechnet natürlich mit dem Samyang 85/1,2 nicht, welches perfekt für Astrozeitraffer wäre und ich auch genau dafür beschafft habe. Murphy’s Law mal wieder …

Einzelbild einer Zeitraffersequenz mit der astromodifizierten A7s (10s bei ISO 10000, f2 mit Samyang 85/1,2) – das rote Gebilde rechts NGC 7000, der Nordamerikanebel, der über/neben dem Teide aufgeht. Zwischen Teidespitze und dem Meteor ein Hauch von Kokonnebel

LRT pro Timer 2.5

Gunther Wegner hat nicht nur einen tollen Fotoblog (https://gwegner.de) und mit LRTimelapse (Affilate-Link) die Software schlechthin für die Bearbeitung von Zeitraffersequenzen entwickelt, sondern in der Vergangenheit auch schon einen speziell auf unsere Belange ausgerichteten Intervallauslöser entwickelt. Der fand so guten Zuspruch, dass es letztes Jahre einen verbesserten Nachfolger gab, dessen Kleinauflage an einem Tag weg war. Nun steht die Version 2.5 in den Startlöchern und ich darf ihn testen 🙂
Hier der Blogbeitrag von Gunther mit verschiedenen Updates zur v. 2 und hier zur aktuellen Version 2.5 – mehr dazu in Kürze!

Astromirador auf La Palma – die Skulptur von César Manrique war willkommener Vordergrund für eine Zeitraffer. Dazu braucht es natürlich einen zuverlässigen Timer wie den LRT Pro Timer.
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Sony A7s Astromodifizierung – selbstgemacht

Ich hatte hin und wieder mit dem Gedanken gespielt, meine “alte” A7s noch astrotauglicher zu machen und den IR-Sperrfilter ausbauen zu lassen. Dadurch wird die Kamera im langwelligen Bereich, insbesondere bei der hellsten Emissionslinie von Wasserstoff (H-alpha), empfindlicher. Das macht sich in der Astrofotografie bei vielen Nebeln positiv bemerkbar. Es gibt einige Anbieter hierfür, z.B.

Die bis zum Sensor zerlegte A7s – im Vordergrund der entfernte Staubfilter, der eigentliche IR-Filter ist noch auf dem Sensor.

Nun war ich wieder etwas knapp vor der nächsten Reise – obwohl, immerhin 4 Wochen, aber man ließ sich schon mit der Beantwortung von E-Mails jeweils mehrere Tage Zeit und der Aussage “machen wir in wenigen Tagen, kein Problem” hab ich dann nicht mehr so recht vertraut.
Also Schraubendreher her und los geht’s 😉

Gute Hilfestellung bei der Demontage der A7s lieferte die Seite www.lifepixel.com

Der Umbau im Schnelldurchlauf:

Mit der guten, schrittweisen Domumentation von Lifepixel ging die Demonatge völlig problemlos vonstatten. Die Zweifel, ob ich das alles wieder zusammen bekommen würde, wuchsen aber durchaus von Schraube zu Schraube 😉
Bzw. besser von hauchdünner Kabelverbindung zu noch fragilerer Kabelverbindung, die es zu trennen gab. Eine mit Klebeband gepolsterte kleine Pinzette ist hier sicherlich hilfreich. Beim Zusammenbau vorsichtig passend anlegen und mit den meist vorhandenen winzigen Ausbuchtungen abwechselnd rechts und links wieder in die Buchsen schieben …

Der Ausbau des IR-Sperrfilters war bei meinem Modell leider nicht so einfach wie es in dem Tutorial aussieht. Er wurde nicht einfach durch einen Halter fixiert, sondern war an den Rändern stabil aufgeklebt. Dem Sensor derart rabiat auf die Pelle zu rücken kostete mich einige Überwindung und ich war mir zwischenzeitlich nicht sicher, ob der Staubfilter nicht schon alles war, was es zu entfernen gilt. Wenn man mit einem scharfen und stabilen Cutter oder Skalpell an einer Ecke in den Spalt kommt und vorsichtig hochhebelt, löst sich das grünliche Filterglas aber schließlich doch langsam. Da der Staubfilter eh eine (winzige) Schramme hatte, hab ich den auch gleich weggelassen. JTW macht das wohl auch so (” We remove both the low pass and the IR/UV cut filter “), sicher bin ich mir da nicht. Jedenfalls Objektivwechsel am besten nur noch in der sterilisierten Plastiktüte, mal schauen wie es sich verhält 😉

Fast noch erstaunlicher war der problemlose Zusammenbau – alles passte da, wo es hin sollte und auch die Steckverbindungen ließen sich wieder ohne Beschädigungen anbringen. Nettozeit waren 2,5 Stunden und perfekt war’s nicht – eine Schraube blieb übrig und die beiden Klappen auf der linken Seite gehen jetzt ziemlich leicht auf. Aber was solls – entscheidend ist natürlich, ob sie überhaupt noch funktioniert! Immerhin fehlt einfach ein elektronisches Teil und das muss ja fast für Verstimmung bei so einer modernen Kamera führen, die sich selbst gegen Fremdakkus zu Wehr setzt. Also Akku rein, einschalten und … die einzige Fehlermeldung war “No SD-Card”, sonst alles wie zuvor 🙂

Wenig erstaunlich, dass die vordefinierten Weißabgleiche wie “bewölkt” (gar nicht) passen und auch der automatische Weißabgleich funktioniert nicht. Erstaunlicherweise passen die Farben auf den ersten Blick mit einem individuellen Weißabgleich durch die Kamera auf die Hauswand ziemlich gut – der Schnee ist weiß, rot und blau des Haleverbotschilds passt und die Wiese ist momentan halt so gelb-braun wie sie abgebildet ist. Die künstliche Beleuchtung in dem Gebäude ist beim genauen Hinschauen allerdings seltsam grün. Der Autofokus funktioniert mit dem Tamron 2,8/24-70mm mit Canonanschluss und Adapter überhaupt nicht, mit dem Sigma 20/1,4 ging es – für Astrofotografie aber völlig egal. Ob ich mit allen Objektiven auf unendlich fokussieren kann, muss ich noch prüfen und natürlich auch wie unterschiedlich sich der Nachhimmel zeigt – dazu müsste er sich aber erst mal zeigen …

Der eine und andere Astronomik Clipfilter muss aber wohl doch noch her – werde berichten …
Bei mir scheint es gutgegangen zu sein aber versteht den Bericht jetzt nicht als Empfehlung – man sollte sich bewusst sein, dass man seine Kamera zerstören kann!

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Tag-Nacht Übergänge mit qDslrDashboard aufnehmen

Auch leicht überzeichnet als Holy-Grail (Heiliger Gral) bezeichnet weil es mit zum schwierigsten gehört, was man in der Zeitrafferwelt machen kann. Die Herausforderung liegt in der optimalen Anpassung der Belichtung aufgrund der gravierenden Helligkeitsänderungen und eine elegante Möglichkeit bietet schon länger die Software qDslrDashboard.
Seit kurzem wieder für die Apfelgemeinde im Store verfügbar, gibt’s auch eine Android-App und als Desktopversion für Windows, Mac und Linux.

Besonders interessant macht die App die perfekte Abstimmung auf LRTimelapse und daher findet ihr auch bei Gunther Wegner aktuell einen schönen Artikel und ein Video zum Heiligen Gral mit qDslrDashboard:

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Mondfinsternis am 21. Januar

Da es nach der anstehenden Mondfinsternis von Bildern nur so wimmeln wird oder das Netz voll von Wolkenmeldungen sein wird, schreibe ich einen Blogeintrag einfach mal vorher 😉

Der Mond erscheint im Kernschatten der Erde rötlich, daher die Bezeichnung “Blutmond”

Ablauf der Mondfinsternis
Die Grafik von Arnold Barmettler zeigt eine anschauliche Darstellung der wichtigsten Eckdaten – detailliertere Informationen dazu gibt es unter CalSky.com.

Mondfinsternis vom 21. Januar 2019

Die Zeiten differieren je nach Standort (lässt auf CalSky exakt berechnen) aber es ist klar: Nix für Langschläfer! Mit bloßem Auge ist die Halbschattenphase fast nicht zu erkennen – fotografisch fällt die Helligkeitsdifferenz dagegen schon auf. Interessant ist vor allem die Zeit, in der sich der Mond im Kernschatten der Erde befindet.

Wie fotografiert man die Mondfinsternis?

Zur Not geht das sogar mit einer Kompaktkamera mit großer Brennweite so ab 200mm – sonst hat man am Ende nur einen kleinen, beliebigen Punkt auf dem Display. In der totalen Phase der Finsternis ist der Mond sehr dunkel so dass der Autofokus oft nicht funktioniert. Für erfahrene Nachtfotografen natürlich kein Problem, die sind das manuelle Fokussieren eh gewohnt. Auch mit der Belichtungsautomatik kommt man meist nicht zu zufriedenstellenden Resultaten. Bei Brennweiten deutlich unter 1.000 mm nimmt der Mond einfach zu wenig Platz im Bild ein, als dass die Automatik richtig liegen kann. Spotmessung oder besser manuell einstellen hilft.

Der normal beleuchtete Vollmond – 1950mm bei 200mm Öffnung (also f 9,8) und leicht beschnitten. ISO 1000 mit der Sony A7s bei 1/1000s.

Etwas professioneller natürlich mit stabilem Stativ, manuellen Einstellungen und der Aufnahme im RAW-Format – insbesondere für die korrekte Farbeinstellung bringt das hier klare Vorteile gegenüber JPG. Für Bilder vom einigermaßen formatfüllendem Mond blendet man üblicherweise deutlich ab – Blende 8 ist ein oft verwendeter Wert. Das gilt allerdings für den beleuchteten (Voll-) Mond, der selbst so weit abgeblendet und mit niedriger ISO-Einstellung gut belichtet wird. Wäherend der Finsternis schaut das ganz anders aus:

Der noch nicht ganz verfinsterte Mond vom 28.09.2015 über dem Flaggenturm in Bad Dürkheim. Knapp 200 mm Brennweite bei f 8, ISO 2500 und 0,6 s mit EOS 6d.

Geht es um einzelne Bilder ist das mit der Belichtung kein größeres Problem – so schnell geht das alles ja nicht vonstatten, als dass man nicht ein paar Probebilder machen könnte oder einfach eine Belichtungsreihe. Anders schaut es bei Zeitrafferaufnahmen aus – hier muss die Belichtung wie bei Tag-Nacht-Tag Aufnahmen ständig angepasst werden wenn man den Mond selbst immer korrekt belichtet haben möchte. Der Timelapse+ View hat einen extra Eclipsemode und natürlich kann man auch mit qDslr-Dashboard o.ä. arbeiten aber bei so spezieller Aufnahmesituation würde ich der manuellen (berührungslosen!) Anpassung mit Blick auf Display und Histogramm mehr vertrauen.
Aufpassen muss man natürlich auf die Belichtungszeit – selbst mit stabilem Stativ führt die Mondbewegung zu Unschärfe. Die gute alte Faustformel 500/Brennweite liefert einen Anhaltspunkt und lieber ein/zwei Stufen kürzer, wenn man mit dem ISO-Wert nicht zu hoch gehen muss. Zumindest ein leichtes Abblenden sollte man möglichst beibehalten – bei Offenblende zeigen die wenigsten Objektive eine wirklich gute Schärfe.
Bei langen Brennweiten und Verschlusszeiten sind Stichpunkte wie Fernauslösung (oder Selbstauslöser) und Spiegelvorauslösung – sofern man nicht mit spiegelloser Kamera unterwegs ist – wichtig, um ein Verwackeln zu verhindern.

Ein paar Ideen in Sachen Mondfinsternis:

  • Der Klassiker – ordentlich rangezoomt den Blutmond in den Mittelpunkt stellen. Ein bisschen netter vielleicht, wenn er nicht ganz verdunkelt ist aber dennoch: Die Bilder finden sich tausendfach zum verwechslen ähnlich an jede Ecke …
  • Sternkonstellationen & Co. – Programme wie Stellarium verraten dem ambitionierten Fotografen, ob nicht ein Planet, ein Sternbild oder gar ein helles DeepSky Objekt während der Totalität in fotografischer Nähe auf die gemeinsame Abbildung wartet. Ein wenig rauszoomen, ein zweites Objekt in die Komposition einbeziehen und schon setzt man sich von der “Massenware” ein wenig ab. An Sternbildern haben wir aktuell Krebs und Zwillinge zwischen denen sich der Mond in der Finsternisnach aufhält, mit einem geeignetem Deep Sky Objekt sieht es schlecht aus.
  • Kometen sind ein weiteres Objekt zum Ausschau halten – aber auch hier für die aktuelle Finsternis keiner in Sicht.
  • Am 21. haben wir den Radiant von gleich zwei Meteorschauern in der Nachbarschaft des Monds: Die δ-Cancriden und die ρ-Geminiden. Beide laut Stellarium mit einer ZHR von 4 nun aber alles andere als aktiv und die Nähe des Radiants ist auch kein Vorteil. Bei dem kleinen Blickwinkel (um den Mond ausreichende Größe im Bild zu geben) braucht’s schon viel Glück um einen Meteor mit dem verdunkelten Mond zu erwischen – umso seltener und “wertvoller” natürlich wenn’s doch klappt.
  • Die Lichtspur der ISS und anderer künstlicher Objekte in der Umlaufbahn um die Erde lassen sich zuverlässig berechnen. Ein ISS-Transit vor dem “Blutmond” wäre ein fast sicheres APOD. Eine Lichtspur gäbe es vor dem Mond aber natürlich nicht – die Sonnenstrahlen kämen im Falle eines Mondtransits in der Totalität der Finsternis auch nicht auf die ISS. www.heavens-above.com zeigt nur einen unbeleuchteten Überflug gegen 2 Uhr in einiger Entfernung zum Mond.
  • Zeitraffer bieten sich natürlich an, um den Vorgang der Finsternis in kurzer Zeit darzustellen. In Großaufnahme braucht’s dazu eine Nachführung und einen guten Plan zur Belichtungsanpassung.
  • Individuell werden Finsternisbilder vor allem durch einen (besonderen) Vordergrund und eine gute Komposition. Dabei gibt es natürlich auch wieder Hilfe – Apps wie Photopills (nur iOS), PlanIt! oder The Photographer’s Ephemeris (TPE) sind dabei eine fast unverzichtbare Hilfe. Man kann z.B. komfortabel eine geeignete Kameraposition bestimmen um den Mond zu einer bestimmten Zeit an der für eine gute Bildkomposition richtigen Stelle in Relation zu einem Turm, einer Burg oder was auch immer zu haben.
  • Auch weit verbreitet aber durch entsprechendes Vordergrundmotiv dennoch individuell gestaltbar sind Mehrfachbelichtungen bzw. heutzutage natürlich die Kombination von mehreren Bildern in der Bildbearbeitungs-Software. Am einfachsten z.B. in Photoshop als Ebenen übereinander gelegt und Modus auf “Aufhellen”. Je nach Hintergrundhelligkeit muss man den Mond eventuell freistellen aber mit ein wenig Arbeit erhält man ein hoffentlich ansehnliches Motiv mit mehreren Mondphasen darüber. Auch schön aus einer Zeitraffer generierbat mit jedem xten Bild …
  • Wenn man schon eine Zeitraffersequenz hat, vielleicht einfach mal z.B. mit StarStax alle Bilder übereinanderlegen (macht die Software wie zuvor mit PS skizziert, nur viel komfortabler bei vielen Bildern) – das “doppelte Laserschwert” von 2015 hat’s so immerhin in ein Astrobuch geschafft 😉

Hier noch ein paar Bilder von den letzten beiden Mondfinsternissen 2015 in Bad Dürkheim und 2018 auf Teneriffa:

Von den beiden gibt’s “natürlich” auch jeweils ein kurzes Video:

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Das verpasste APOD

Da hab ich zum ersten Mal ernsthaft daran gedacht und es dann sogar gemacht – ein Bild für’s Astronomy Picture of the Day der NASA einzureichen und was seh ich am nächsten Tag? Fast das gleiche Bild wie meins als APOD veröffentlicht 😉

Quadrantiden Meteorschwarm
Eine Nacht Meteorschauer in einem einzigen Bild gesammelt – die Quadrantiden über dem Teide auf Teneriffa.

Daniel Lopez (El Cielo de Canarias) war schneller bei der Bearbeitung und Einreichung und hat in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar fast das gleiche Motiv als Vordergrund für den Meteorschauer der Quadrantiden ausgesucht – allerdings ein paar weniger Sternschnuppen eingefangen als ich. Tje, Pech gehabt …

Während ich die letzten Jahre mit den Sternschnuppen fotografisch eigentlich immer Pech hatte, waren die Ausbeute bei den letzten beiden um so besser. Bei den Perseiden hatte ich in Deutschland 3x Wolken, 1x hunderte Bilder ohne eine einzige Sternschnuppe und selbst auf Teneriffa mit 95% “Clear Sky” tobte auf 2000m ein Gewitter. Dann auch mal das übliche – die Sternschnuppen blitzten überall auf, nur nicht dort, wo die Kamera hinschaute 😉
Na ja – von den Quadrantiden hatte ich jedenfalls vor dem Neujahrsaufenthalt auf Teneriffa noch nie was gehört. Aber da die Bedingungen mit klarem Himmel und dem “Peak” des Schauers in der mondlosen Nacht optimal waren, habe ich auf das nächste Himmelsfeuerwerk nach Silvester gehofft und auch darauf, es schön fotografisch festhalten zu können. Also weg von störendem Licht und was ist da auf Teneriffa besser als der Teide Nationalpark auf gut 2000m – schließlich auch Standort eines Observatoriums!

Ein Teil des Teideobservatoriums auf dem Berg Izaña mit dem aufgehenden Sternbild Orion.

Das Setup
Der Radiant, der scheinbare Ursprung der Meteore kam bei NNO erst gegen 1.30 Uhr über den Horizont – unterhalb des großen Wagens. Also habe ich geschaut, wo in entgegengesetzter Richtung vom auf Teneriffa alles überragendem Teide mit seinen über 3500m eine geeignete Beobachtungsstelle ist. Da ist wieder eiskalt war musste eine mit dem Auto erreichbare Stelle her, damit nicht wieder der Akku schlapp machen würde. Das ging in der Llano de Ucanca, einer riesigen Hochebene am Fuß des Vulkans bequem direkt an der einzigen Straße dort. Also die Canon 6d an langem Kabel an den “dicken” XTPower Akku im nicht ganz so kalten Auto. Das 20mm Sigma leicht auf f1,8 abgeblendet drauf und mit ein wenig Boden/Büsche der Ebene, dem Teide und ein paar Zacken der Roques de Garcia auf den Radiant des Meteorstroms ausgerichtet. Da die Sternschnuppen nicht allzu hell sein sollten, habe ich mit ISO 5000 eine hohe Empfindlichkeit eingestellt und daher konnte die Belichtungszeit mit 10s relativ kurz bleiben und die Meteore sollten in Relation zum Himmel heller rauskommen als mit eher üblichen 20-30s Belichtungszeit. Den Rest erledigte die mit MagicLantern gesteuerte Kamera die bis zum Morgengrauen 1.600 Bilder machte …

Da das Thermometer im Auto zwischenzeitlich -8° angezeigt hat, hab ich dann vernünftigerweise einen Tag zum aufwärmen in der Sonne am Strand verbracht. 🙂 Dann war auch schon wiede die Heimreise angesagt und die Bearbeitung ging mal nicht ebenso nebenbei auf dem kleinen Rechner den ich dabei hatte.

Wie kam das Bild nun zustande?
Da es trotz der Kälte, die das thermische Rauschen der Kamera abmildert, wegen der hohen ISO-Einstellung doch recht präsent war, habe ich für den Vordergrund etliche Bilder übereinander gelegt und gemittelt. Der Sternenhimmel ist das Bild mit der ersten Sternschnuppe (eine der langen auf der linken Seite). In das Bild habe ich dann alle weiteren Meteorspuren als Ebene in Photoshop kopiert und so gedreht, dass sie zur Sternenkonstellation zu Beginn der Sequenz passen und sie alle in Richtung des Radiant ausgerichtet sind. Auf die Schnelle habe ich mit schlechten jpg-Vorschauen rund ein Dutzend gefunden und war schon echt happy. In Ruhe habe ich dann alle 1600 Bilder in Lightroom durchgescrollt und es waren über 80 – Wahnsinn!

Und noch ein bisschen Deep Sky nebenbei 😉

Der große Nebel des Orion quasi in der “Nahaufnahme” im Vergleich zu dem Bild oben

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