Partielle Mondfinsternis am 16. Juli

Vergangenen Dienstag war es mal wieder so weit und der Erdschatten traf auf den Mond und bescherte uns eine Mondfinsternis. Als Vordergrund hatte ich mir nach viel hin und her die Veste Coburg ausgesucht und war auch am Vortag schonmal dort:

Veste Coburg am Tag vor Vollmond in der Abenddämmerung (A7rIII mit 1000mm Spiegeltele)

Die Veste liegt zwar schön auf einer gut einsichtbaren Anhöhe aber aus 5 Kilometer Entfernung ist der Winkel dann doch so flach, dass der Mond bei noch scheinender Sonne und dem leichten Dunst direkt hinter der Veste kaum sichtbar war. Für die Mondfinsetrnis, die ich in ihrer ganzen Länge abbilden wollte, ging es natürlich viel näher ran. Mit Blick auf die Daten der Mondfinsternis ergaben sich gut 40mm an Brennweite um den Mond vom Aufgang bis zum Ende der Finsternis “drauf” zu haben.

Smartphone-Aufnahme vom Aufnahmepunkt – die A7r III wurde vom LRTimelapse Pro Timer (Affilate Link) getriggert.

Die Mondfinsternis in “groß”

“Nebenbei” zur schon erwähnten Zeitraffer habe ich zugegebenermaßen nicht so ganz regelmäßig mit dem 1000er Spiegeltele Nahaufnahmen gemacht. Trotz des Dunstes bzw. dünner hohere Wolken sind die noch erstaunlich gut geworden und zeigen schön die zunehmende Beschattung. Man sieht auch schön, wie die Atmosphäre beim Aufgang den Blauanteil stärker dämpft und der Mond daher zunächst rötlich erscheint:

Verschiedene Stadien der Verfinsterung mit 1000 mm Brennweite in einem Bild zusammengesetzt.
Canon 5d mit 1000 mm “Russentonne”; ISO 800 bei Belichtungszeit zwischen 1/125s und 1/80s.

Die Mondfinsternis in “ganz”

Die Zeitraffersequenz habe ich mit der A7r III und dem Tamron 24-70/2,8 aufgenommen – auf f4 abgeblendet und bei 44 mm Brennweite laut Exif-Daten. Den Platz hatte ich mit der App PlanIt rausgesucht – naja, es war der gefühlt 20. den ich mir angeschaut hatte sagen wir mal ehrlich 😉
Die App zeigt mit der im Screenshot gezeigten Einstellung den Blickwinkel je nach angegebener Brennweite an und natürlich auch Linien für Mondaufgang und Azimut sowie Höhenwinkel für den Mond bei der eingestellten Zeit. Daneben kann sie aus Höhendaten (von Google oder Bing) und der Entfernung von Kamera- und Szenenstandort auch den Höhenwinkel berechnen. So lassen sich solche Aufnahmen nahezu perfekt planen. Über das Höhenprofil kann man auch prüfen, ob überhaupt eine direkte Sichtverbindung besteht – tolle Sache 🙂
Die Tücken liegen aber im Detail und ein im Vordergrund störender Kran oder ein Gebäude machen einen aus der Ferne auserkorenen Beobachtungsplatz zunichte. Wenn man nichts verpassen möchte oder in der Hektik dann eine flasche Einstellung vornimmt, sollte man zumindest frühzeitig vor Ort sein um noch einen alternativen Platz suchen zu können!

Zeitraffer

Die Zeitraffersequenz mit der Veste in der Mitte und der Brennweite so eingestellt, dass der Mondaufgang bis zum Ende der Finsternis im Bild sein sollte habe ich bereits gegen 21:30 Uhr gestartet um ein wenig Puffer in der fertigen Sequenz zu haben und noch ein bisschen Dämmerung in die Sequenz zu bringen. Über die 5° sollte der Mond laut App erst um 22:20 Uhr steigen. Aber Achtung – die Zeitangaben beziehen sich auf den Mittelpunkt des Objekts und der Mond hat ja von der Erde aus betrachtet einen scheinbaren Durchmesser von 0,5° und Helligkeitsänderungen am Himmel werden insbesondere bei leichter Bewölkung schon deutlich früher sichtbar.
Zum triggern habe ich den LRTimelapse Pro Timer 2.5 von Gunther Wegner benutzt – einen ausführlichen Review dazu habe ich kürzlich geschrieben, hier der direkte (Affilate) Link zu Amazon. Alle 15s ein Bild bis 1:30 Uhr – zum Glück hatte ich neben der am Schreibtisch vergessenen Speicherkarte noch eine ausreichend große dabei 🙂 Der LRTimelapse Timer macht die Einstellung der Parameter bei einfacher Bedienung super einfach und erwartungsgemäß gab es keinerlei Probleme. Die Helligkeitsänderungen von der Dämmerung in die Nacht hinein habe ich ganz oldschool manuell über die Sony-App eingestellt weil ich in der speziellen Situation das keinem Algorithmus überlassen wollte.

Quick & Dirty (wie fast immer) die 44mm-Zeitraffer – 8k zum Zoomen ist schon nett 🙂

Fotomontagen aus der Zeitraffersequenz

So eine Zeitraffersequenz lässt sich natürlich auch immer zu einem Bild verarbeiten – hierin der Variante alle Bilder mit der Software StarStax übereinandergelegt. Da hier weder Kameraposition, -einstellung etc. verändert wird und auch nichts in Photoshop groß rumkopiert und manipuliert wird, verwende ich den Begriff Montage eher ungern – ein EIizelbild ist es aber halt dennoch nicht.
Aufgrund der Witterungsbedingungen und der schlechten Belichtung leider nicht ganz optimal – links sieht man deutlich Wolken die vor dem Mond entlangzogen. Der Himmel bleibt bei einem einfachen Summenbild so hell wie das hellste (hier erste) Bild das man verarbeitet.

Die ganze Mondfinsternis in einem Bild. Der Strich oberhalb des Monds auf der rechten Seite stammt von Jupiter, der weitere in der Bildmitte von Saturn, der im weiteren Verlauf von Wolken abgeschwächt wurde.

Eine andere Variante ist viel weniger Bilder reinzunehmen, so dass der Mond getrennt erscheint und man die Abdeckung besser erkennt:

Die ganze Mondfinsternis mit knapp 50 Einzelbildern
Detailansicht des ersten Teils der Finsternis (700d bei rund 60 mm)

Spätestens bei den letzten Bidlern fällt auf, dass die Belichtung des Monds keine gute war – er ist deutich überbelichtet und Strukturen sind nur bei den durch Wolken noch weiter abgedunkelten Bildern zu erahnen. ISO 200, f4 und 1/3 s bzw. ISO 400, f4 und 0,3 s beim letzten Bild sind halt einfach zu viel für den hellen Mond. Ich hab mich zu sehr vom Vordergrund leiten lassen – den bekommt man natürlich besser mit einer separaten Belichtung eingefangen die man dann hinter die richtig belichteten Mondbilder legt …

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Der LRTimelapse PRO Timer 2.5 – der “Holy Grail” der Timer?

Die schicke Verpackung und darunter der mindestens so schicke Timer selbst.

Schon 2017 hatte Gunther Wegner (https://gwegner.de und https://lrtimelapse.com) mit dem “LRTimelapse Pro-Timer free” die Anleitung für ein Selbstbauprojekt auf Basis eines Arduinocontrollers kostenfrei zur Verfügung gestellt. Es wurde damals fleißig nachgebaut da der Timer bereits einige Funktionslücken für Zeitraffer geschlossen hatte. 2018 folgte der LRTimelapse pro Timer 2.0 in deutlich kleinerem Gehäuse mit verbessertem Bedienkonzept, besserem Display (OLED statt LCD), leistungsstärkerem Prozesser etc. Der Nachteil: Handgelötet von Matthias Uhlig (ehemals Shop “Kids of all Ages”) in Kleinauflage von 100 Stück und die war an einem Tag weg (der Blogbeitrag dazu).

Mit * markierte Links sind Amazon-Affilatelinks zugunsten eines gemeinnützigen Sportvereins. Der Timer wurde mir kostenfrei von Gunther Wegner ohne jegliche Vorgaben/Einschränkungen bezüglich Berichterstattung zur Verfügung gestellt – es handelt sich bei dem Beitrag und Video zu 100% um meine vollständige und unabhängige Meinung zu dem Produkt.

“Endlich”: LRTimelapse Pro Timer 2.5 auf Amazon*

Auch zur Entstehungsgeschichte und den Herausforderungen bei so einem Projekt verlinke ich zum nachlesen auf den Blogeintrag von Gunther Wegner. Bei allen Schwierigkeiten und Verzögerungen die bei sowas fast unvermeidlich auftreten, steht der Timer nun kurz vor der Auslieferung über Amazon. Aber genug der Einleitung, hier mein ungeschminktes und fast ungeschnittenes Video zum ersten Kontakt mit dem Timer. Keine Anleitung auswendig gelernt oder vorher groß rumprobiert – was da also in der Bedienung nicht so souverän rüberkommt nicht dem Timer anlasten 😉 Aber seht selbst:

Die Eckpunkte zum LRTimelapse Pro Timer 2.5

Da ich’s gerne auch schriftlich habe, ein paar Dinge aus dem Video und darüber hinaus zusammengefasst:

  • durchdachtes, ansprechendes Design – klein, leicht und dennoch gut zu bedienen und abzulesen
  • Meiner Meinung nach sehr intiutives und insgesamt ausgezeichnetes Bedienkonzept mit einem zentralem Drehknopf: Werte ändern bzw. Scrollen im Menü durch Drehen. Mit Klick wird bestätigt/ausgewählt, ein langer Druck führt zurück bzw. zeigt Optionen an – mehr gibt es nicht! … Naja doch – einen kleinen Schiebeschalter zum Ein- bzw. Ausschalten (und kein Folientaster mit unbekanntem Status o.ä.) und hier kaum erwähneswert ein Resetknopf – primär bei Firmwareupdate notwenig.
  • variable Befestigungsmöglichkeiten: 2x zum aufschieben auf den Blitzschuh der Kamera – somit bequemer Einblick von hinten oder oben möglich. Lasche zum durchfädeln z.B. eines Klettbands und eine weitere kleine Öse für eine Handschlaufe o.ä.
  • Firmwareupdates und somit auch Funktionserweiterungen möglich und das supersimpel: Anschließen am Rechner per Micro-USB Resetknopf 2x drücken, auf das gemountete Laufwerk eine Updatedatei schieben – fertig! Installiert sich selbst, entfernt das Laufwerk und der Timer steht direkt mit neuer Firmware zur Verfügung.
  • Die Betriebszeit ist mit 24h / 21.000 Auslösungen (bei 4s Intervall mit Display) angegeben. Ich hatte bei einem ersten Test nach 11 Stunden und 10.000 Auslösungen noch 50% Akkuanzeige – dürfte also eine realistische Angabe (bei Zimmertemperatur) sein. Zudem ist die Anzeige eher konservativ – nach bereits blinkendem Batteriesymbol und 0%-Anzeige lief der Timer bei mir noch über 2 Stunden. Von 0 bis 101% mit einem 2A USB-Lader übrigens 3 Stunden. Wichtiger als eine Stunde mehr oder weniger: der Timer kann im Betrieb geladen werden – einfach über USB (Powerbank oder was auch immer) verbinden und der interne LiPo-Akku dient nur noch als Puffer. Hier ist auch sehr gut denkbar, einen kleinen Solarlader anzuschließen für (sonnige) Langzeitgeschichten. Auf dem Niveau z.B. des Timelapse+ view allerdings schon deutlich unter den 08/15-LCD-Timern. Man muss ihn in die Vorbereitungsroutine (Speicherkarte checken, Akkus checken/laden, Objektive säubern etc.) einbeziehen und gut isses.
  • Die integrierte Uhr wird von einer separaten Knopfzelle versorgt sodass auch bei leerem Hauptakku die Einstellungen erhalten bleiben – ist eine handelsübliche Zelle mit der Bezeichnung CR1220 die vermutlich deutlich länger als 1 Jahr hält. Zum wechseln muss man den Drehknopf abziehen und die zwei Clips auf der Gegenseite leicht eindrucken. Dann kann man die “Innereien” aus dem Gehäuse ziehen und die Batterie austauschen – nicht superkomfortabel aber der Aufwand für ein explizites Batteriefach an das man vielleicht alle 2-3 Jahre ran muss passt da vermutlich nicht.

Zu den Funktionen & Besonderheiten:

Erstmal eine ganz subjektive Liste mit den Highlights bzw. teilweise Alleinstellungsmerkmalen die – nachträglich betrachtet – ganz schön lange geworden ist 😉

  • Intervalle ab 0,3s in 1/10s Schritten (die bei längeren Intervallen stufenweise sehr sinnvoll ansteigen – bei 10min sind 1/10s ja wirklich bedeutungslos) – das kann sonst meines Wissens nach kein anderer handelsüblicher Timer. Gerade bei schnell ziehenden Wolken, Menschen, Straßenverkehr o.ä. ist die Beschränkung auf eine, zwei doer drei Sekunden oftmals unbefriedigend – jetzt nicht mehr!
  • kein Zeitverlust durch AF-Signal wie bei den meisten anderen Timern
  • Timed Timelapse – ich kann Datum (!) und sekundengenaue Uhrzeit einstellen zu der die Zeitraffer starten soll.
  • (fast) perfekte Anzeigeinfos:
    • Schon beim Einstellen der Zeitraffer wird deren Laufzeit aus Intervall und Bildanzahl berechnet angezeigt. (Die Laufzeit der fertigen Sequenz bei einstellbarer Wiedergabefrequenz wäre hier das “i-Tüpfelchen”)
    • Während der Zeitraffer wird Intervall, verstrichene und verbleibende Zeit sowie schon geschossene und noch verbleibende Bilder angezeigt (sofern Anzahl der Bidler definiert wurde) und noch dazu die Zeit bis zur n ächsten Auslösung – wichtig bei nötigen Einstellungsänderungen! Mit kurzem Dreh änderbar in nur Bildanzahl und verbleibende Zeit oder auch bis auf ein blinkendes Pixel ist das Display ganz ausschaltbar.
  • hohe Kompatibilität/Flexibilität
    • die Länge des Auslöseimpulses ist in 10ms-Schritten einstellbar (und sollte damit jede Kamera zufriedenstellen),
    • der AF-Impuls (gleichzeitig für Belichtungsmessung) ist ebenfalls einstellbar und wie schon erwähnt mit 0 ms Dauer komplett ausschaltbar.
    • Auch die Verzögerung bis zum Beginn der Zeitraffer (um Verwacklung des ersten Bilds zu verhindern) ist einstellbar. Das ist auch im Single-Bulbmodus nutzbar und kann auch als “Selbstauslöser” verwendet werden um schnell in die Szene zu schlüpfen 😉
    • Wichtig für Kameras (insbesondere spiegellose), die sich in den Standby-Modus versetzen um Strom zu sparen und dann einen Auslöseimpuls ignorieren können: Einstellbarer “Aufweckimpuls” vor dem Auslöseimpuls.
    • Alle Werte können dauerhaft abgespeichert werden.
  • Ramp Interval – (Nur) während der laufenden Zeitraffer kann die Intervallzeit über einen einstellbaren Zeitraum linear auf eine neue (längere oder kürzere) Intervallzeit geändert werden. Das kann auch kein mir bekannter Timer – der Timelapse+ view kann das z.B. zwar auch, ist aber ein völlig anderes, komplexeres Gerät (zum exposure rumping) als der reine Timer hier. Perfekt um Wolken bei Sonnenuntergang bzw. den Untergang selbst relativ langsam mit Intervallen von so 2-6 s rum aufzunehmen und in der blauen Stunde auf 15-30 s für typische Intervalle des Sternenhimmels zu ändern. Das noch im Vorfeld als “Timed Timelapse” programmierbar wäre hier eine wünschenswerte Erweiterung.
  • Einstellung bzw. Zählung der Auslösungen nicht wie bei vielen anderen Timern auf 999 begrenzt, sondern lässt mit > 100.000 (getestet, vermutlich 999.999) bzw. Einstellung unbegrenzt bis die Speicherkarte voll oder der Akku leer ist wirklich keinen noch so außergewöhnlichen Wunsch offen.
  • angegebener Einsatz bis -20° C (nicht geprüft/getestet) – so manche Li-Powerbank schaltet bei kaum unter Null Grad einfach mal ab und die LCD-Displays vieler Timer werden bei Minusgraden extrem träge bis nicht mehr nutzbar da die “Liquid Christals” halt nicht mehr flüssig genug sind. Das ist dem OLED-Display tatsächlich egal wie ein Test im Gefrierfach zeigte.

Weitere Features:

  • Bulbmodus & Astrotimelapse – im Bulbmodus über die typische 30s-Grenze hinaus bis zu 24 Stunden belichten (jedenfalls lange genug für alles was man sinnvoll machen kann). Einzeln oder als Zeitraffer.
  • 2 Triggerausgänge um direkt zwei Kameras (z.B. unterschiedliche Brennweite oder für 3D/Pano-Aufnahmen) ansteuern zu können oder um eventuell parallel die Kamera auszulösen und einen Motion Controller anzusteuern.
  • “Flashlight” – Das Display kann mit einstellbarer Intensität (und um 180° zur üblichen Montage) zur schwachen Beleuchtung des Vordergrunds bei Astroaufnahmen verwendet werden.

Kritikpunkte, Erweiterungsideen

Nur zwei Dinge sind mir und sicherlich auch Euch im Video aufgefallen und beide sind inzwischen ausgeräumt. 🙂
Der Drehknopf reagierte da bei mir auf den kurzen “Klick” oft erst beim zweiten oder dritten Mal. Das ist im Video einerseits der etwas unnatürlichen Handhaltung geschuldet und zweitens dem Vorserienmodell, das ich zum testen hatte. Die zur Auslieferung an Amazon übergebene Charge hat einen klaren Druckpunkt wie mir Gunther auf Rückfrage versicherte und mit einer kleinen Modifikation konnte ich das bei meinem Modell auch nachvollziehen – da braucht Ihr Euch also keine Sorgen zu machen.
Dann gab es noch einen kleiner Bug beim möglichen Pausieren einer Zeitraffer in der Firmware – nach dem Fortsetzen sind die Intervalle zunächst viel kürzer als eingestellt. Fast so als wolle der Timer die in der Pause angestandenen Auslösungen “nachholen” wollen. Das ist wenige Stunden nach der Info an Gunther Wegner inzwischen mit der r9-Firmware aber bereits gefixed und unterstreicht eher positiv den guten Support als dass es ein Kritikpunkt wäre.

Nach dem neugieren Blick ins Innere – um berichten zu können wie das mit dem Wechsel der Batterie für die interne Uhr ist – vielleicht an der Stelle noch der Hinweis, dass der Timer nicht wasserdicht ist. IPx1 schätze ich mal, also geschützt gegen Tropfwasser. Alle Verbindungen “nach draußen” sind potentiell Eintrittsort für Wasser/Feuchtigeit, da nicht explizit abgedichtet – bei ein bisschen Nieselregen wird nichts passieren. Nun – was nutzt ein triggernder IP68-Timer wenn die Kamera längst abgesoffen ist und schon bei ein bisschen Spritzwasser die Flecken auf der Linse die Ergebnisse ruinieren? Im Hinblick auf die Gesamtkette ist das also verschmerzbar – im Risikofall den Timer einfach auf den Blitzschuh stecken und unter den Regenschutz für die Kamera aufnehmen und alles ist gut.

Denkbare Erweiterungen/Verbesserungen

In der Hoffnung, dass ich nicht nur zu doof war sie zufinden bzw. wahrzunehmen sind mir folgende Punkte in den Sinn gekommen:

  • Anzeige der Laufzeit der Zeitraffersequenz im Einstellmenü (und irgendwo im configfile dazu die Abspielfrequenz einstell-/abspeicherbar) – edit 17. April: Mit der r11-Firmware un dem neuen Menü “Custom TL” bereits umgesetzt!
  • Kombination der Timed-TL-Funktion mit dem Bulb-/Astromodus
    edit 17. April: Mit der r11-Firmware un dem neuen Menü “Custom TL” bereits umgesetzt!
  • Programmierbarkeit des Intervall-Rampings im Sinne einer Timed-Timelapse
  • Eventuell Möglichkeit HDR-Timelapse zu triggern (braucht/macht das jemand?)
  • Gunther freut sich bestimmt über Eure Anregungen im Forum sofern sie denn umsetzbar sind – also los! 😉

Keine ernsthaften Kritikpunkte in meinen Augen: Eine automatische Umstellung Sommer-/Winterzeit gibt es nicht – 2021 soll sie laut EU ja auch abgeschafft werden. Die 4 Termine, an denen das bei einer Timed-TL also noch relevant werden könnte – selber dran denken 😉
Klar könnte der Timer WLAN haben und selbstständig nach Firmwareupdates suchen – der Kostenfaktor und Energieverbrauch steht da aber in keinem Verhältnis zum kleinen Nutzen und der Updatevorgang ist echt super einfach. Auch eine sonst typische Ladeanzeige z.B. per roter bzw. grüner LED kostet nur Geld und Strom – einschalten und auf das Symbol schauen bzw. prozent”genau” unter Status nachschauen …
Im Lieferumfang ist kein Ladegerät enthalten – zum Glück. Ich hab schon so viel Müll rumliegen mit irgendwelchen billig USB-Steckernetzteilen von allen möglichen Geräten – das muss wirklich nicht sein. Die 500mAh sind auch schnell nebenbei über die USB-Buchse am Rechner geladen, Powerbank, selbst im AUto ist inzwischen fast überall eine USB-Buchse …
Ebenfalls nicht enthalten ist das Verbindungs-/Auslösekabel zur Kamera – ist ja oft schon vorhanden bzw. kann einfach bei Amazon passend mitbestellt werden – Links dazu ganz unten.
Akkulaufzeit – auf dem Niveau z.B. des Timelapse+ view allerdings sehr viel niedriger als von 08/15-LCD-Timern. Das könnte man jetzt schon als kleines Manko ankreiden aber wenn man ihn einfach in die Vorbereitung, die man eh immer macht (Speicherkarte checken, Objektive säubern und eben Akkus aufladen) dann ist das auch kein Ding und ausgeschaltet hält sich die Ladung “ewig”.

Fazit:

Ein tolles Gerät dem man anmerkt, dass es von jemand entwickelt wurde, der ein Vollprofi in dem ist, für was es entwickelt wurde. Sicher auch, dass es mit den beiden Vorläufern eine gewisse Entwicklungsspanne und Praxiserprobung hinter sich hat und nicht schnell als ein unpersönliches Projekt von vielen auf den Markt geworfen wurde wie man manchmal bei günstigen Produkten den Eindruck hat.

Absolut durchdacht mit vielen Features bei denen man denkt “ach, das ist ja toll”. Tolles, praxistaugliches und intuitives Bedienkonzept mit teilweise einzigartigen Möglichkeiten bei nur einen kleinen Bug den ich (möglicherweise) gefunden habe ergeben am Ende eine klare Kaufempfehlung!
Und ja, der “Holy Grail” der Timer in Anlehnung an die ehrfurchvolle Bezeichnung der Tag-Nach-Zeitraffer scheint gefunden zu sein – es ist der LRTimelapse Pro Timer 2.5 🙂

Affilatelinks zu Verbindungskabeln Timer – Kamera und weiteres Zubehör (die Kompatibilitätsangaben sind 1:1 von den jeweiligen Anbietern übernommen):

Noch zwei Anmerkungen am Rande: Dass die Lieferung bei aller berechtigten Kritik an so mancher Amazonpraxis mit dieser Online-Verkaufsplattform schlechthin geschieht, mag nicht jedem gefallen aber “wir” wären sicher auch nicht glücklich, wenn der Eigenvertrieb eines 1-Mann-1-Frau-Unternehmens bei Urlaub oder “Dienstreise” stillstehen würde oder die Weiterentwicklung von LRTimelapse ins stocken geraten würde, weil der ganze administrative Kram um den Timer Kapazität bindet. Zahlungs- und Versandmanagement, Retouren etc. sind da einfach ein zu großer Zeitfresser und als jemand, der nebenberuflich ein paar Jahre einen Versandhandel auch mit selbst entwickelnten Produkten betrieben hat – glaub’s mir!
Und vergleicht bitte den von Null an entwickelten Timer preislich nicht mit 08/15-“Chinaware” oder denkt euch “Boah ist der teuer – da steckt doch höchsten für 30€ Material drin.” Das ist wie “ach nur für einmal auf den Auslöser klicken” willst du 100€ für ein einiziges Portraitfoto haben?” ohne Anreise, KnowHow, Zeit für’s Aussuchen und Bearbeiten der Bilder, Soft- und Hardware etc. zu berücksichtigen – und versucht mal in Hongkong jemand kompetentes für ‘ne Supportanfrage zu bekommen 😉

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Mal wieder Kanaren, erster Einsatz der Sony A7sa und ein großer Wurf steht an – der LRT pro Timer 2.5

Fast unverschämt lange konnte ich mich auf den Kanaren rumtreiben und natürlich – kein Blogeintrag. Naja – doch, den hier. Alibihalber am Abreisetag und fast den Flieger verpasst 😉

Fanszinierende Lichtstimmungen, grandiose Sonnenauf- und -untergänge, eine fast surreale Landschaft, unheimliche Stille in den kristallklaren Nächten – der Teide Nationalpark auf Teneriffa 🙂

Licht und Schatten gab’s – noch nie so viel Mist produziert wie diesesmal ist der aktuelle Eindruck trotz einiger toller Zeitraffersequenzen, bis die 3 TB an Zeitraffern bearbeitet sind, brauche ich wohl noch ein wenig 😉 Jedenfalls falsche Handsteuerung der Montierung eingepackt, Akkus leer, Speicherkarte voll, Linsen beschlagen (wo’s sonst knapp über 0% Luftfeuchtigkeit hat!), Wolken wo keine sein sollten (vorm Mond), keine Wolken wo welche sein sollten, ein Adapter für die Sony der mit gewaltigen Unschärfen am Rand Sequenzen unbrauchbar gemacht hat bis ich es bemerkt hatte und bei der einzigen Chance auf eine geplante Sequenz auf die Planung der Nacht davor vertraut – hundsmüde beim warten auf das Ende einer Zeitraffer. Arghhh:

Mit knapp 4m Brennweite sollte der “riesige” Mond direkt hinter der Teidespitze und den Gipfelstürmern untergehen – 4k-Video hier mit 10-facher Geschwindigkeit.

Doch dazu in den nächsten Tagen mehr – ebenso zu ein paar Sequenzen, die ich “Astrolapse” nenne …

Das Zentrum unsreer Galaxie gehr über den Observatorien auf dem Roque de los Muchachos (La Palma) auf.

Noch kurz zur Astromodifikation der Sony A7s:

Funktioniert. Einigermaßen. Der Weißabgleich ist schon schwierig, gerade wenn man für Zeitraffer was terrestrisches mit drauf nimmt. Nicht selten war in Lightromm der Regler der Farbtemperatur mit 2000 Kelvin am Anschlag und es hat immer noch nicht so ganz gepasst. Ohne Filter 2/3 Blendenstufen empfindlicher als die A7rIII aber so richtig toll kommen die H-alpha Gebiete doch erst mit Filter raus und da ist die erhöhte Empfindlichkeit natürlich wieder (mehr als) weg.
Ich komme trotz Komplettumbau ohne Klarglasersatz mit allen Objektiven bei unendlich in den Fokus – ausgerechnet natürlich mit dem Samyang 85/1,2 nicht, welches perfekt für Astrozeitraffer wäre und ich auch genau dafür beschafft habe. Murphy’s Law mal wieder …

Einzelbild einer Zeitraffersequenz mit der astromodifizierten A7s (10s bei ISO 10000, f2 mit Samyang 85/1,2) – das rote Gebilde rechts NGC 7000, der Nordamerikanebel, der über/neben dem Teide aufgeht. Zwischen Teidespitze und dem Meteor ein Hauch von Kokonnebel

LRT pro Timer 2.5

Gunther Wegner hat nicht nur einen tollen Fotoblog (https://gwegner.de) und mit LRTimelapse (Affilate-Link) die Software schlechthin für die Bearbeitung von Zeitraffersequenzen entwickelt, sondern in der Vergangenheit auch schon einen speziell auf unsere Belange ausgerichteten Intervallauslöser entwickelt. Der fand so guten Zuspruch, dass es letztes Jahre einen verbesserten Nachfolger gab, dessen Kleinauflage an einem Tag weg war. Nun steht die Version 2.5 in den Startlöchern und ich darf ihn testen 🙂
Hier der Blogbeitrag von Gunther mit verschiedenen Updates zur v. 2 und hier zur aktuellen Version 2.5 – mehr dazu in Kürze!

Astromirador auf La Palma – die Skulptur von César Manrique war willkommener Vordergrund für eine Zeitraffer. Dazu braucht es natürlich einen zuverlässigen Timer wie den LRT Pro Timer.
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Sony A7s Astromodifizierung – selbstgemacht

Ich hatte hin und wieder mit dem Gedanken gespielt, meine “alte” A7s noch astrotauglicher zu machen und den IR-Sperrfilter ausbauen zu lassen. Dadurch wird die Kamera im langwelligen Bereich, insbesondere bei der hellsten Emissionslinie von Wasserstoff (H-alpha), empfindlicher. Das macht sich in der Astrofotografie bei vielen Nebeln positiv bemerkbar. Es gibt einige Anbieter hierfür, z.B.

Die bis zum Sensor zerlegte A7s – im Vordergrund der entfernte Staubfilter, der eigentliche IR-Filter ist noch auf dem Sensor.

Nun war ich wieder etwas knapp vor der nächsten Reise – obwohl, immerhin 4 Wochen, aber man ließ sich schon mit der Beantwortung von E-Mails jeweils mehrere Tage Zeit und der Aussage “machen wir in wenigen Tagen, kein Problem” hab ich dann nicht mehr so recht vertraut.
Also Schraubendreher her und los geht’s 😉

Gute Hilfestellung bei der Demontage der A7s lieferte die Seite www.lifepixel.com

Der Umbau im Schnelldurchlauf:

Mit der guten, schrittweisen Domumentation von Lifepixel ging die Demonatge völlig problemlos vonstatten. Die Zweifel, ob ich das alles wieder zusammen bekommen würde, wuchsen aber durchaus von Schraube zu Schraube 😉
Bzw. besser von hauchdünner Kabelverbindung zu noch fragilerer Kabelverbindung, die es zu trennen gab. Eine mit Klebeband gepolsterte kleine Pinzette ist hier sicherlich hilfreich. Beim Zusammenbau vorsichtig passend anlegen und mit den meist vorhandenen winzigen Ausbuchtungen abwechselnd rechts und links wieder in die Buchsen schieben …

Der Ausbau des IR-Sperrfilters war bei meinem Modell leider nicht so einfach wie es in dem Tutorial aussieht. Er wurde nicht einfach durch einen Halter fixiert, sondern war an den Rändern stabil aufgeklebt. Dem Sensor derart rabiat auf die Pelle zu rücken kostete mich einige Überwindung und ich war mir zwischenzeitlich nicht sicher, ob der Staubfilter nicht schon alles war, was es zu entfernen gilt. Wenn man mit einem scharfen und stabilen Cutter oder Skalpell an einer Ecke in den Spalt kommt und vorsichtig hochhebelt, löst sich das grünliche Filterglas aber schließlich doch langsam. Da der Staubfilter eh eine (winzige) Schramme hatte, hab ich den auch gleich weggelassen. JTW macht das wohl auch so (” We remove both the low pass and the IR/UV cut filter “), sicher bin ich mir da nicht. Jedenfalls Objektivwechsel am besten nur noch in der sterilisierten Plastiktüte, mal schauen wie es sich verhält 😉

Fast noch erstaunlicher war der problemlose Zusammenbau – alles passte da, wo es hin sollte und auch die Steckverbindungen ließen sich wieder ohne Beschädigungen anbringen. Nettozeit waren 2,5 Stunden und perfekt war’s nicht – eine Schraube blieb übrig und die beiden Klappen auf der linken Seite gehen jetzt ziemlich leicht auf. Aber was solls – entscheidend ist natürlich, ob sie überhaupt noch funktioniert! Immerhin fehlt einfach ein elektronisches Teil und das muss ja fast für Verstimmung bei so einer modernen Kamera führen, die sich selbst gegen Fremdakkus zu Wehr setzt. Also Akku rein, einschalten und … die einzige Fehlermeldung war “No SD-Card”, sonst alles wie zuvor 🙂

Wenig erstaunlich, dass die vordefinierten Weißabgleiche wie “bewölkt” (gar nicht) passen und auch der automatische Weißabgleich funktioniert nicht. Erstaunlicherweise passen die Farben auf den ersten Blick mit einem individuellen Weißabgleich durch die Kamera auf die Hauswand ziemlich gut – der Schnee ist weiß, rot und blau des Haleverbotschilds passt und die Wiese ist momentan halt so gelb-braun wie sie abgebildet ist. Die künstliche Beleuchtung in dem Gebäude ist beim genauen Hinschauen allerdings seltsam grün. Der Autofokus funktioniert mit dem Tamron 2,8/24-70mm mit Canonanschluss und Adapter überhaupt nicht, mit dem Sigma 20/1,4 ging es – für Astrofotografie aber völlig egal. Ob ich mit allen Objektiven auf unendlich fokussieren kann, muss ich noch prüfen und natürlich auch wie unterschiedlich sich der Nachhimmel zeigt – dazu müsste er sich aber erst mal zeigen …

Der eine und andere Astronomik Clipfilter muss aber wohl doch noch her – werde berichten …
Bei mir scheint es gutgegangen zu sein aber versteht den Bericht jetzt nicht als Empfehlung – man sollte sich bewusst sein, dass man seine Kamera zerstören kann!

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Tag-Nacht Übergänge mit qDslrDashboard aufnehmen

Auch leicht überzeichnet als Holy-Grail (Heiliger Gral) bezeichnet weil es mit zum schwierigsten gehört, was man in der Zeitrafferwelt machen kann. Die Herausforderung liegt in der optimalen Anpassung der Belichtung aufgrund der gravierenden Helligkeitsänderungen und eine elegante Möglichkeit bietet schon länger die Software qDslrDashboard.
Seit kurzem wieder für die Apfelgemeinde im Store verfügbar, gibt’s auch eine Android-App und als Desktopversion für Windows, Mac und Linux.

Besonders interessant macht die App die perfekte Abstimmung auf LRTimelapse und daher findet ihr auch bei Gunther Wegner aktuell einen schönen Artikel und ein Video zum Heiligen Gral mit qDslrDashboard:

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